Informationen

Diplomierter Legasthenietrainer – Informationen für Eltern, Betroffene und Fachkräfte
Seit 1996 arbeiten diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer in mittlerweile über 65 Ländern erfolgreich mit Menschen, die von Lese-, Schreib- und Rechenproblemen betroffen sind. Ihr Einsatzgebiet erstreckt sich über alle Altersgruppen – von Vorschulkindern über Schulkinder und Jugendliche bis hin zu Erwachsenen. Die Ausbildung erfolgt über den Ersten Österreichischen Dachverband Legasthenie (EÖDL), der seit fast 30 Jahren international anerkannte Fernstudien anbietet.
Etwa 10–15 % der Bevölkerung sind von Legasthenie oder Dyskalkulie betroffen. Diplomierte Trainer decken damit einen großen gesellschaftlichen Bedarf ab – und leisten Arbeit, die das Leben und das Selbstvertrauen ihrer Klienten nachhaltig verbessert.
Informationen für Eltern und Betroffene
Was ist Legasthenie? Was ist Dyskalkulie?
Nach der Definition von Dr. Astrid Kopp-Duller (1995): „Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr.“ Das bedeutet: Legasthene Menschen haben eine andere Sinneswahrnehmung, die beim Umgang mit Buchstaben und Zahlen zu einer zeitweisen Unaufmerksamkeit führt. Dies verursacht Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen.
Wichtig: Legasthenie und Dyskalkulie sind keine Krankheiten, Störungen oder Behinderungen – sondern angeborene, biogenetisch bedingte Wahrnehmungsunterschiede. Betroffene haben oft besondere Stärken in anderen Bereichen wie räumlichem Denken, Kreativität oder ganzheitlichem Denken.
Dyskalkulie ist das Gegenstück bei Zahlen und Rechenvorgängen: Die gleichen Wahrnehmungsunterschiede betreffen hier den Umgang mit Mengen, Größen und mathematischen Symbolen.
» Ausführliche Kurzreferenz: Legasthenie und Dyskalkulie
Aufgabenbereiche: Was tut ein diplomierter Legasthenietrainer?
Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer sind befähigt, eine Legasthenie oder Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) sowie eine Dyskalkulie auf pädagogisch-didaktischer Ebene festzustellen und Betroffene individuell zu fördern. Die Arbeit gliedert sich in drei Hauptbereiche:
1. Training von Vorschulkindern – Früherkennung und Prävention
Bereits im Vorschulalter können Anzeichen für spätere Lese-, Schreib- oder Rechenschwierigkeiten erkannt werden. Der Trainer arbeitet spielerisch und altersgerecht an den Sinneswahrnehmungsbereichen:
Informationen für interessierte Spezialisten und Trainer
Wie wird man diplomierter Legasthenietrainer?
Der Weg führt über ein Fernstudium beim Ersten Österreichischen Dachverband Legasthenie (EÖDL). Das Studium ist praxisorientiert und berufsbegleitend absolvierbar:
- Umfang: 24 ECTS-Punkte
- Mindeststudienzeit: 8 Monate (maximal 2 Jahre)
- Form: Fernstudium – vereinbar mit Beruf und Familie
- Abschluss: Geschützte Berufsbezeichnung „Diplomierter Legasthenietrainer des EÖDL“ bzw. „Diplomierter Dyskalkulietrainer des EÖDL“
Es stehen vier Fernstudien zur Verfügung:
- Fernstudium zum diplomierten Legasthenietrainer
- Fernstudium zum diplomierten Dyskalkulietrainer
- Fernstudium zum diplomierten Lerndidaktiker
- Fernstudium zum diplomierten Mediendidaktiker
» Alle Fragen und Antworten zu den Fernstudien
Wo arbeiten diplomierte Trainer?
Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer sind in vielfältigen Bereichen tätig:
- Eigene Praxis (Einzel- oder Kleingruppentraining)
- Lerninstitute und Förderzentren
- Schulen und Bildungseinrichtungen
- Kindergärten (Prävention und Früherkennung)
- Integriert in bestehende Berufe (Lehrer, Pädagogen, Erzieher)
- Online-Fernförderung im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus
EÖDL Fachtagungen
Der EÖDL veranstaltet regelmäßig Fachtagungen für Trainer, Pädagogen und Fachkräfte. Experten aus dem In- und Ausland halten ganztägig Fachvorträge rund um Legasthenie, LRS, Dyskalkulie und Lernprobleme. Die Teilnahme ist für diplomierte Trainer und Studierende online kostenlos möglich. Seit 2004 wurden über 28 Fachtagungen durchgeführt.
Fortbildungen und Werkzeuge für Trainer
- Mein Trainingsbuch – Individuelle, auf den Klienten zugeschnittene Trainingsunterlagen erstellen
- 64 Fortbildungen mit Zertifikat – Rund um Legasthenie, Dyskalkulie, Lerndidaktik und Mediendidaktik
Servicebereich für Trainer (Zugang eingeschränkt)
- Servicebereich für Lerndidaktiker, Legasthenie- und Dyskalkulietrainer
- Trainerforum auf Facebook
- Kundenbereich für Trainer
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist Legasthenie genau?
Legasthenie ist eine biogenetisch bedingte, angeborene Eigenschaft, bei der die Sinneswahrnehmungen anders ausgeprägt sind. Dies führt beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens zu besonderen Schwierigkeiten. Legasthenie ist keine Krankheit, keine Störung und kein Zeichen mangelnder Intelligenz – legasthene Menschen haben oft überdurchschnittliche Fähigkeiten in anderen Bereichen.
Was ist der Unterschied zwischen Legasthenie und LRS?
Legasthenie ist biogenetisch bedingt und zeigt sich durch differente Sinneswahrnehmungen, zeitweise Unaufmerksamkeit beim Umgang mit Buchstaben/Zahlen und daraus resultierende Fehler. Eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) hingegen ist erworben – sie entsteht durch äußere Umstände wie längere Krankheit, Schulwechsel, psychische Belastungen oder mangelnde Beschulung. Beide erfordern unterschiedliche Herangehensweisen im Training.
Was unterscheidet einen diplomierten Legasthenietrainer von anderen Förderkräften?
Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer haben eine spezialisierte Ausbildung absolviert, die auf die Arbeit mit legasthenen und dyskalkulen Menschen ausgerichtet ist. Sie verfügen über das Wissen und die Werkzeuge, um eine pädagogische Feststellung durchzuführen und individuell angepasste Trainingspläne nach der AFS-Methode zu erstellen. Anders als bei allgemeiner Nachhilfe setzen sie an den Ursachen der Probleme an, nicht an den Symptomen.
Was ist die AFS-Methode?
Die AFS-Methode ist ein wissenschaftlich fundierter pädagogischer Ansatz, der drei Bereiche gleichzeitig adressiert: Aufmerksamkeit (Fokus beim Umgang mit Symbolen), Funktionen (Sinneswahrnehmungen wie optische/akustische Differenzierung, Raumorientierung) und Symptome (konkrete Fehler beim Lesen, Schreiben oder Rechnen). Dieser multisensorische, individualisierte Ansatz geht über reines Symptomtraining hinaus.
Kann ein diplomierter Legasthenietrainer eine medizinische Diagnose stellen?
Nein. Diplomierte Trainer arbeiten auf pädagogisch-didaktischer Ebene. Sie führen eine pädagogische Feststellung mittels des AFS-Tests durch, keine medizinische oder psychologische Diagnose. Für medizinische Diagnosen sind Ärzte oder klinische Psychologen zuständig. Die pädagogische Feststellung ist jedoch die wesentliche Grundlage für eine gezielte Förderung.
Wie läuft ein Erstgespräch beim Legasthenietrainer ab?
In der Regel beginnt alles mit einem ausführlichen Anamnesegespräch mit den Eltern (bei Kindern) oder dem Betroffenen selbst. Dabei werden die bisherige Entwicklung, schulische Situation und bestehende Schwierigkeiten besprochen. Anschließend wird der AFS-Test durchgeführt. Auf Basis der Ergebnisse wird ein individueller Trainingsplan erstellt und besprochen.
Wie lange dauert ein Training?
Die Dauer ist individuell verschieden und hängt vom Alter, der Ausprägung der Problematik, der Trainingsregelmäßigkeit und der häuslichen Unterstützung ab. In der Regel finden ein bis zwei Einheiten pro Woche statt. Manche Klienten zeigen nach wenigen Monaten deutliche Fortschritte, andere benötigen eine längere Begleitung. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit.
Können auch Erwachsene von einem Legasthenietraining profitieren?
Ja, unbedingt. Das Gehirn bleibt ein Leben lang lernfähig, und die AFS-Methode ist für alle Altersgruppen geeignet. Viele erwachsene Klienten berichten von deutlichen Verbesserungen und einem gestärkten Selbstvertrauen. Das Training kann in Präsenz oder als Fernförderung stattfinden.
Was kostet ein Legasthenietraining?
Die Kosten variieren je nach Trainer, Region und Trainingsform (Einzel- oder Gruppentraining, Präsenz oder Fernförderung). Am besten kontaktieren Sie einen Trainer in Ihrer Nähe über legasthenietrainer.com für ein unverbindliches Erstgespräch.
Ist die Berufsbezeichnung „Diplomierter Legasthenietrainer“ geschützt?
Ja. Die Begriffe „Diplomierter Legasthenietrainer des EÖDL“ und „Diplomierter Dyskalkulietrainer des EÖDL“ wurden 1996 vom EÖDL geprägt. Sie dürfen ausschließlich von Absolventen der EÖDL-Fernstudien verwendet werden.
Welche Verbände stehen hinter den diplomierten Trainern?
Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer werden vom EÖDL (Erster Österreichischer Dachverband Legasthenie) ausgebildet und sind im DVLD (Dachverband Legasthenie Deutschland e.V.) organisiert. Beide Verbände setzen sich seit Jahrzehnten für die Anerkennung und Förderung legasthener und dyskalkuler Menschen ein.
Wo finde ich einen diplomierten Trainer in meiner Nähe?
Auf den Trainerfinder-Plattformen des EÖDL können Sie nach zertifizierten Trainern in Ihrer Region suchen. Viele bieten auch Online-Fernförderung an:
- legasthenietrainer.com – Diplomierte Legasthenietrainer finden
- dyskalkulietrainer.com – Diplomierte Dyskalkulietrainer finden


