Legasthenie und LRS ein Elternratgeber

Mit der freundlichen Genehmigung des Herder Verlages und des Dyslexia Research Centers stellen wir Ihnen hier diesen Elternratgeber kostenlos zur Verfügung:

Vorwort:

Die Idee, welche dem Buch zugrunde liegt ist diese, Eltern von Kindern, die eine Legasthenie oder eine Lese-, Rechtschreibschwäche haben, zuerst einen theoretischen Einblick in die Problematik zu geben, damit sie ihre Kinder nicht nur besser verstehen können, sondern dass so manche legasthene Kinder überhaupt erst erkannt werden. Damit sie nicht unerkannt , von ihrer Umgebung zu Problemkindern gemacht werden, denn ein legasthenes Kind, muss nicht ein Problemkind werden, wenn es eine  rechtzeitige und gezielte, seinen Bedürfnissen entsprechende Hilfe, bekommt. Es werden viele praktische Anregungen und Anleitungen gegeben, damit Eltern den Kindern eine wirkungsvolle Hilfe geben können. Die zumindest unterstützende Hilfe von Eltern, ist eine durch nichts ersetzbare Intervention bei legasthenen Kindern und Kindern mit einer Lese-, Rechtschreibschwäche.

Nur kurz wird darauf eingegangen, was eine Legasthenie ist, wann man davon sprechen kann und warum sie entsteht, weil neurobiologische und andere wissenschaftliche Erklärungsansätze zumeist bei hilfesuchenden Eltern nicht vordergründige Bedeutung haben.

Eine nichterkannte Legasthenie kann sich sehr negativ auf das Kind auswirken, deshalb ist es sehr wichtig dem Kind frühzeitige Hilfe zu geben. Umstände, die zu Verhaltensstörungen führen können und andere Begleitumstände, die mit einer Legasthenie einher gehen können, werden besprochen.

Eltern soll auch aufgezeigt werden, wie wichtig die Prävention, also die frühzeitige Erkennung und Förderung eines Kindes ist, wenn man schon im Vorschulalter differenzierte Sinneswahrnehmungen bemerkt.

Für eine wirkungsvolle Hilfestellung ist es wichtig zu wissen, wie man als Eltern eine Legasthenie oder Lese-, Rechtschreibschwäche vermuten kann, was hier besonders zu beachten und zu beobachten ist.

In dem Buch können Eltern auf wirkungsvolle Tipps und auch praktisches Arbeitsmaterial zurückgreifen, welches beim Training behilflich ist.

Nicht immer können Eltern, insbesondere bei schwerer betroffenen Kindern, die gesamte Förderung, die notwendig ist, damit das Kind in der Schule bestehen kann, alleine bewältigen. Schon gar nicht bei Kindern, welche zusätzlich unter Sekundärproblematiken leiden. Deshalb wird auch versucht die unterschiedlichen Regelungen, die in den verschiedenen Bundesländern in Deutschland und in Österreich gelten, zu beleuchten und damit den Eltern zu zeigen, wie man eventuell eine finanzielle Unterstützung bekommen kann, wenn es notwenig wird, wenn die schulische und heimische Hilfe zu wenig wird, eine außerschulische Hilfe in Anspruch zu nehmen, die immer mit einem finanziellen Aufwand verbunden ist. Den Eltern wird auch geholfen in ihrer Nähe Ansprechpartner, die eine international wissenschaftlich orientierte und praxisbezogene Ausbildung haben, für ein zielorientiertes Training zu finden.

Schließlich könnte das Buch dazu beitragen Betroffenen ein neues Selbstbewusstsein zu geben, wenn ihnen die besonderen Möglichkeiten, die eine Legasthenie auch mit sich bringt, also die positiven Facetten diese Phänomens, bewusst werden. So manche Menschen könnte es auch dazu anregen mit den Worten Schwäche, Störung, Behinderung oder Krankheit im Zusammenhang mit der Legasthenie etwas vorsichtiger oder umsichtiger umzugehen, damit diese besonderen Menschen nicht ins Abseits geraten, damit diese Kinder in der Schule bestehen können und somit später ihren wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Menschheit beitragen dürfen.

Dr. Astrid Kopp-Duller 2002
Elternratgeber “Legasthenie und LRS”

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