Die besten 10 Raumorientierungsübungen

Die Raumorientierung

Eine intakte Sinnesleistung, die Raumorientierung, wird von Kindern verlangt, damit sie wissen, wo man im Heft zu schreiben beginnt oder wieviel man noch in die bereits ziemlich volle Zeile schreiben kann. Zu verhindern sind ungleiche Zeilenabstände oder das Verlieren der Zeile.

Beim Lesen fallen Kinder mit Raumorientierungsproblemen besonders durch sehr langsames und unsicheres Lesen auf. Diese Leistungen hängen mit der Raumwahrnehmung zusammen. Das gesamte Raum- und Zeitgefüge fällt auch hier hinein. Kinder mit Raumwahrnehmungsproblemen können ihre Position im Raum nicht richtig einschätzen. Sie haben oftmals ein sehr schlechtes Zeitgefühl und ein geringes Orientierungsvermögen. Die Kinder finden sich in Gebäuden oder auf unbekanntem Gelände eher schlecht zurecht. Ihre Handlungsplanung ist unsicher, oft sogar ungeschickt. Sie haben ihre eigene Ordnung, mit der nur sie zurechtkommen können. Sie bringen ihr Umfeld damit mitunter zur Verzweiflung. Auch ihr Bewegungsablauf ist auffällig, was sich besonders bei Bewegungsspielen zeigt. Das Radfahren oder Schwimmen macht ihnen große Mühe, auch das Anziehen. Distanzen, Größen oder Einheiten sind für sie nichts Greifbares. Oftmals ist auch eine Rechts-links-Verwechslung zu bemerken. Durch viele „altmodische“ Spiele wie einfache Sandkastenspiele, welche heute nur noch selten ausgeführt werden, wurden früher nicht nur diese Defizite stark reduziert, sondern auch alle anderen Sinneswahrnehmungen trainiert.

Die besten 10 Raumorientierungsübungen:

1. Figuren ergänzen

Der Schüler wird vom Trainer aufgefordert, symmetrische Figuren, die der Trainer auf ein Packpapier oder auf eine Tafel zeichnet, wie z.B. ein Rechteck, einen Kreis etc., zu ergänzen.

2. Tangramspiel

Der Trainer gibt dem Schüler ein räumliches Muster mit Hilfe von Tangramteilen vor. Der Schüler hat nun die Aufgabe, dieses Muster innerhalb von fünf Minuten aus dem Gedächtnis nachzubilden. Dem Schüler kann aber auch eine Vorlage zur Nachbildung gegeben werden.

3. Positionen-Spiel

Auf einem Tisch sind Gegenstände in verschiedenen Positionen zueinander positioniert. Das Kind soll die Beziehungen einzelner Gegenstände zueinander benennen, dabei sollen richtige Präpositionen verwendet werden, z.B.: Die Vase steht auf dem Tisch.

4. Luftmalerei

Das Kind soll mit geschlossenen Augen die Anweisungen des Trainers befolgen. Der Trainer nennt Buchstaben, Formen, Zahlen etc. und diese sollen vom Kind in die Luft gemalt werden. Dies kann mit der ganzen Hand, mit einem Finger oder mit einem Hilfsmittel geschehen. Erschweren kann man dieses Spiel, indem man es mit beiden Händen zur gleichen Zeit ausführen lässt.

5. Labyrinth

Das Kind hat die Aufgabe, den schnellstmöglichen Weg durch das Labyrinth zu finden und mit einem Stift einzuzeichnen. Die Wände des Labyrinths sollen dabei nicht berührt werden.

Arbeitsblätter mit einem Labyrinth

6. Tastspiel

Verschiedene Objekte wie z.B. ein Bleistift, ein Radiergummi, eine Münze etc. werden mit dem Kind besprochen und betastet, danach werden die Objekte unter dem Tuch versteckt. Das Kind soll nun die Gegenstände erfühlen und benennen.

7. Orientierung am Papier

Auf ein Blatt wird in der Mitte ein Gegenstand, z.B. ein Haus, gemalt oder geklebt. Das Kind setzt nach erfolgter Aufgabenstellung des Trainers Symbole und Gegenstände ein, z.B.: Zeichne oben rechts einen Baum. Zeichne unten links ein A etc.

8. Synchronmalen

Das Kind soll mit beiden Händen gleichzeitig malen, z.B. auf der Tafel oder auf einem Packpapier.

9. Bildbeschreibung

Dem Kind wird ein Bild mit möglichst vielen verschiedenen Details vorgelegt. Dazu stellt nun der Trainer Fragen, die vom Kind beantwortet werden sollen, wie z.B.: „Was siehst du oben links?“

10. Bausteinspiel

Drei Bausteine werden vor dem Kind angeordnet. Das Kind beschreibt die Lage der Bausteine. Die Anzahl der Bausteine kann erhöht werden.

Arbeitsblätter zum Thema Raumorientierung 

Werbefreie Computerspiele zum Thema Raumwahrnehmung 

Weiters wären empfehlenswert: Tetris, Radfahren, Ballspiele mit Fangen, Jonglieren, Tischtennis, Seilspringen, Balancieren, Gleichgewichtsübungen und Schnitzeljagd.

Aus dem Buch: Legasthenie – Training nach der AFS-Methode, Dr. Astrid Kopp-Duller, 5. überarbeitete Auflage April 2017.

http://www.legasthenie.com/afs/

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Posted in Allgemein, Dyskalkulie, Legasthenie
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